Die Qualität von Übersetzungen

Grafik: ibreakstock/Adobe Stock

Es gibt mehr als genug Beispiele für misslungene Übersetzungen wie unverständliche Gebrauchsanweisungen oder AGBs mit Rechtschreib- und Grammatikfehlern oder falscher Terminologie. Selbst Facebook ist das 2018 passiert und zwar bei den Community Standards. Da war dann von “Anfragen nach Preisen für Bilder von Eskorten” die Rede und von “wehrlosen” Staatschefs. Sascha Lobo hat darüber auf Spiegel Online berichtet.

Die Crux ist, oft bleibt für eine Übersetzung nicht viel Zeit. Da muss ein Text innerhalb von 24 Stunden in eine andere Sprache übertragen werden, am besten nur von einem Übersetzer, damit es nicht zu viel kostet und man entscheidet sich für das Angebot der billigsten Übersetzungsagentur. Doch Zeitnot, übertriebene Sparsamkeit und der Verzicht auf Teamarbeit geht oft zulasten der Qualität und das Problem beginnt bei mangelnder Kommunikation.

Deshalb ist es wichtig, sich zunächst bewusst zu machen, was das Ziel der Übersetzung ist. Was soll der Text eigentlich bewirken? Soll er dem Kunden Informationen vermitteln, soll er ihn zum Kauf eines Produkts bewegen oder das Image eines Produkts oder einer Marke prägen? Schreiben Sie sich das am besten auf. Dann ist es wichtig zu wissen, wie man am besten die Zielgruppe mit dem Text anspricht und das ist im Vorfeld eine Aufgabe der Marktforschung zu analysieren wie kommuniziert eigentlich die Zielgruppe, welche Worte werden verwendet wie ist der Satzbau, welche sprachlichen Besonderheiten gibt es. Denn Sie können eine Zielgruppe emotional nur ansprechen, wenn Sie wissen wie sie kommuniziert. All das wird dann Teil des Briefings für ein Übersetzungsprojekt. Das heißt, bestimmte Begriffe der Quellsprache werden in genau definierte Begriffe der Zielsprache übertragen, es entsteht ein Glossar. Im Briefing legen Sie fest, ob die Zielgruppe bei einer Übersetzung in die deutsche Sprache gesiezt (formal) oder geduzt wird (informell) etc. Das Briefing für eine Übersetzung, egal ob es nur ein Text ist oder ein größeres Projekt mit vielen Texten, ist entscheidend. Sie können sich dabei auch von Linguisten beraten lassen, dafür sind sie da.

Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten einen Text zu übersetzen.

  1. Ein Übersetzer oder eine Übersetzerin arbeitet am Text alleine (2-Augen-Prinzip). Das Risiko: Es gibt keine Qualitätssicherung.
  2. Ein Übersetzer und ein Korrektor arbeiten mit dem Text (4-Augen-Prinzip). Das entspricht der DIN EN ISO 17100.
  3. Der Königsweg ist, wenn ein Übersetzer den Text in eine andere Sprache überträgt und ihn dann an einen Korrektor weitergibt und ein Projektmanager den ganzen Prozess begleitet und dem Text, falls nötig, noch den letzten Schliff in Absprache mit den beiden Kollegen gibt (6-Augen-Prinzip). Das entspricht ebenfalls der DIN EN ISO 17100. Es ist wichtig, dass die drei Beteiligten schnell und unkompliziert über ein Cloudtool oder eine Software offen miteinander kommunizieren können, um Unklarheiten zu klären und die besten Lösungen zu finden. Wenn dann noch die Zeit bleibt, ihnen ein Feedback für ihre Arbeit zu geben kann man optimale Qualität erreichen. Das ist zwar am Anfang etwas zeitaufwändiger, aber bei einer kontinuierlichen Zusammenarbeit beschleunigt sich der Prozess immens und führt zu den besten Ergebnissen.

Seien Sie sich bewusst, dass Texte das Image Ihres Unternehmens prägen. Deshalb lohnt es sich bei Sprache Sorgfalt walten zu lassen. Schließlich kommunizieren Sie so mit Ihren Zielgruppen und wollen potentielle Kunden für sich gewinnen. Eine konsistente Kommunikationsstrategie ist Teil der Corporate Identity und hat mit der Globalisierung massiv an Komplexität gewonnen.

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